Kultur macht stark lebt von engagierten Menschen, starken Bündnissen und dem gegenseitigen Lernen. Überall im Bundesgebiet entstehen in den MeinLand-Projekten kreative Ideen, wertvolle Erfahrungen und wirksame Ansätze, die weit über einzelne Maßnahmen hinausreichen. Gleichzeitig stehen viele Projekte vor ähnlichen Herausforderungen und Fragen: Wie erreichen wir junge Menschen? Wie stärken wir unsere Bündnisse? Wie machen wir die Wirkung unserer Arbeit sichtbar? Und wie gestalten wir die Zukunft kultureller Bildungsangebote vor Ort?
Hierzu möchten wir uns beim MeinLand-Fachtag 2026 am 11. September 2026 in Berlin austauschen.
Der Fachtag richtet sich an alle Bündnisse der aktuellen Förderphase und bietet Raum für Austausch, Qualifizierung, Vernetzung und gemeinsame Perspektiventwicklung. Dabei möchten wir insbesondere die vielfältigen Erfahrungen und Expertisen aus den lokalen Bündnissen sichtbar machen und miteinander ins Gespräch bringen.
Wie bereits in vergangenen Förderperioden setzen wir auf ein partizipatives Barcamp-Format.  Das Programm entsteht durch die Teilnehmenden selbst: Sie können eigene Themen, Fragestellungen, Erfahrungen oder Praxisbeispiele einbringen.
Ablauf
Ab 10:00 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Ankommen mit Snacks
10:30-11:30 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Beginn der Veranstaltung:
Grußworte
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (angefragt)
Cana Nurtsch, Geschäftsführerin Türkische Gemeinde in Deutschland
Vorstellung Tagesablauf und Programm
Informationen aus dem MeinLand Programm
11:30-12:30 Uhr:          Kennenlernen und Vernetzung in Kleingruppen „Von Bündnissen zu Netzwerken“
12:30-13:30 Uhr:          Einführung in die Barcamp-Methode, Vorstellung und Sammlung der Themen
13:30-14:30 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Mittagspause
14:30-15:30 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â 1. Runde mit parallelen Sessions
15:30-16:30 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â 2. Runde mit parallelen Sessions
16:30-16:45 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Kurzvorstellung Ergebnisse aus den Sessions
16:45-17:00 Uhr:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Abschluss und Verabschiedung
Inhalt:
Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Erfahrungen aus den lokalen Projekten. Dazu die Frage, wie starke Bündnisse und tragfähige Netzwerke – auch in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen und knapper werdender Ressourcen – weiterentwickelt werden können. Der Vormittag steht im Zeichen des Kennenlernens und der Vernetzung in lokalen oder themenspezifischen Kleingruppen. Ziel ist es, das eigene Netzwerk zu erweitern, Erfahrungen und Bedarfe zu teilen und Ideen zu entwickeln, wie Kooperationen vor Ort und darüber hinaus gestärkt werden können. Am Nachmittag gestalten die Teilnehmenden den fachlichen Austausch im Rahmen eines Barcamps selbst, bringen eigene Themen, Fragestellungen und Praxisbeispiele ein, teilen bewährte Ansätze und entwickeln gemeinsam neue Impulse für ihre Arbeit.
Die Barcamp-Methode:
Unter einem Barcamp versteht man eine (Un-)Konferenz, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmenden selbst bestimmt werden. Der Ablauf ist offen, es gibt aber einige Regeln: so stellen Teilnehmende, die gerne ein bestimmtes Thema einbringen möchten, dieses zu Beginn kurz im Plenum vor und gestalten eine Arbeitsgruppe. In dieser werden dann z.B. Best-Practice Beispiele geteilt, konkrete Fragen gemeinsam geklärt oder Wissen und Erfahrung ausgetauscht. Die Leitenden der Sessions haben dabei eine Moderationsrolle, können Impulse geben oder konkrete Ideen und Themen präsentieren. Die Session selbst lebt aber von der Interaktion aller Teilnehmenden. Ziel ist es nämlich, sich untereinander zu vernetzen und voneinander zu lernen. Je nach Anzahl der Themen werden mehrere Runden mit parallel stattfindenden Sessions angeboten. Zum Ende des Barcamps werden die Ergebnisse aus den Sessions durch die Leitenden oder andere Teilnehmende kurz im Plenum geteilt.
Während beim klassischen Barcamp Themen oftmals erst während der Veranstaltung selbst gesammelt werden, möchten wir die Möglichkeit geben, sich bereits im Vorfeld mit einem konkreten Thema auf die interaktive Teilnahme vorzubereiten.
Einige Bündnisse haben bereits Themenvorschläge eingebracht. Wir freuen uns u.a. auf folgende Sessions:
- Alltagshelden – Zivilcourage in Bewegung (Tuğçe Albayrak e.V., Frankfurt am Main)
In der interaktiven Session erkunden die Teilnehmenden mit kurzen theaterpädagogischen Übungen, wie sie in Konflikt- und Gewaltsituationen couragiert handeln können, ohne sich selbst oder andere zusätzlich zu gefährden. Mithilfe von Forumtheater und Perspektivwechseln werden typische Situationen sichtbar gemacht und unterschiedliche gewaltfreie Handlungsoptionen praktisch erprobt. Im Mittelpunkt stehen Wahrnehmung, klare Kommunikation, Selbstschutz und die Frage: Wie kann ich helfen, ohne alles schlimmer zu machen? Die Session lädt zum Mitmachen, zum Erfahrungsaustausch und zur Übertragung der Impulse in die eigene Bildungs- und Netzwerkarbeit - Selbstbewusst werden und bleiben – auch bei Gegenwind (Selbstbewusst in die Zukunft e.V., Kiel)
Selbstbewusstsein entsteht nicht in einem einzigen Workshop, sondern in vielen kleinen Erfahrungen. In unseren Medienwerkstätten schaffen wir seit über zehn Jahren Räume, in denen Mädchen ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erleben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. In dieser Session geben wir Einblicke in unser ZIMT+ Konzept, unsere Mischung aus „Zusammenkommen, Ideen ermöglichen, Miteinander wachsen und Teilhabe leben“. Anhand konkreter Beispiele zeigen wir, wie Rituale, Mitgestaltung, Gemeinschaft und eine klare Haltung dazu beitragen, dass Mädchen ihre Stärken entdecken und auch bei Gegenwind selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen. - Selbstorganisation – leichter gesagt als gemacht (Joliba e.V., Berlin)
Die Teilnehmenden des Projekts My Film My Time hatten in den Sommerferien die Gelegenheit, im Rahmen einer Ferienfreizeit eine selbstorganisierte Community queerer afrokultureller Frauen kennenzulernen, die in Brandenburg ein solidarisches Landwirtschaftsprojekt aufbaut. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen: Wie erleben sie gemeinschaftliches Arbeiten, Selbstorganisation und die gemeinsame Gestaltung des Alltags? In Workshops tauschte sich die Projektgruppe mit dem Farmteam aus und setzte sich mit den Strukturen und Arbeitsweisen der Community auseinander. Die dabei gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen flossen in eine gemeinsam produzierte Dokumentation über das Landwirtschaftsprojekt ein. Auf dem Fachtag möchten wir gerne reflektieren, welche Erfahrungen und Eindrücke aus der Ferienfreizeit entstanden sind, welches Wissen geteilt werden konnte und welche Erkenntnisse sich daraus für das Verständnis von Gemeinschaft, Selbstbestimmung und solidarischem Zusammenhalt gewinnen lassen. - Subjektile in der Jugendarbeit (Anderer Kunstverein e.V., Leipzig)
In dem sechzigminütigen Workshop beschäftigen wir uns mit Erinnerungspraktiken und mit Antonin Artauds (1896-1948) „Subjektil“. Wir wenden beide Konzepte auf die Jugendarbeit an und fragen uns, inwiefern wir sie für die konkrete Arbeit fruchtbar machen können. Als Praxisgegenstand beschäftigen wir uns mit ausgewählten Auszügen aus dem Hörspiel „Mamluk Versuch #3“ von Anderer Kunstverein e.V., das 2025 in einer von der TGD geförderten Workshopserie entstanden ist. Konkret fragen wir danach, wie wir zufällige und intentional erzeugte Fehler und Beschädigungen für die praktische Arbeit operationalisieren können. - Rap als Methode – Texte schreiben mit Kindern und Jugendlichen (Infreestyle e.V., Ingolstadt)
In diesem praxisorientierten Workshop lernen die Teilnehmenden die Grundlagen des Rap-Texteschreibens kennen – von der Themenfindung über Reimtechniken bis zum Flow. Ganz einsteigerfreundlich und ohne Vorkenntnisse probieren wir die Methoden direkt selbst aus, so wie sie später in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden können. Rap bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Sprache, Selbstausdruck und Beteiligung – der Workshop zeigt, wie Fachkräfte das für ihre eigene Praxis nutzen können.
Weitere Beiträge, Themen und Ideen, z.B. zu erfolgreicher kommunaler Vernetzung, dem Umgang von Social Media aus Sicht der Jugendlichen etc. sind herzlich willkommen!
Wenn Sie die Veranstaltung aktiv mitgestalten möchten, wenden Sie sich gerne im Vorfeld an Jasmin Azar unter jasmin.azar@tgd.de. Auch am Fachtag selbst können weitere Themen eingebracht werden.
ANMELDUNG






MeinLand – Zeit für Zukunft wird im Rahmen des Programmes Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
